Führungsstudie Interim Leadership Personalities

4. Juni 2017

Führungsstudie Interim Leadership Personalities

Über die Studie

Erfolgreiche Führung zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass Mitarbeiter zu Höchstleistungen motiviert und Innovationen im Unternehmen Fuß fassen können. Führungsqualität ist zu einem Teil die Persönlichkeit einer Führungskraft und zu einem weiteren Teil die im Berufsleben erlernte Methoden (Führungserfahrung). Vor allem in zeitlich begrenzten Projekten mit neu zusammengestellten Projektmitarbeitern wird dieses Können unter Beweis gestellt, da in binnen kürzester Zeit das Vertrauen der Mitarbeiter gewonnen werden muss.

Interim Manager stehen permanent vor diesen Herausforderungen, da sie stetig in Mandate einsteigen und immer wieder neue Mitarbeiter führen müssen. Aber wie steht es mit der Führungsqualität von Interim Managern.

Die Helmut-Schmidt-Universität ist mit Unterstützung des AIMP dieser Frage nachgegangen und haben 248 erfahrende Interim Manager befragt. Dabei kann die Helmut-Schmidt-Universität schon auf eine jahrelange Forschungserfahrung zu Themen flexibler Arbeitsformen auf Führungsebenen zurückgreifen.

Das Ergebnis der Studie

1. Positiver Return-on-Invest.
Interim Manager schaffen in aller Regel deutlich mehr Mehrwert, als sie ihren Kunden an Personalkosten in Rechnung stellen. In unserer Studie haben sich 85,7% aller evaluierten
Interim Mandate für die Kunden rentiert - zum Teil um ein Vielfaches des Tagessatzes.

2. Nachhaltige Mitarbeiterentwicklung.
Befristet in Unternehmen tätige Interim Manager legen großen Wert auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern (95,5%) und deren persönlich-berufliche Weiterentwicklung und Förderung (98,4%).

3. Hochleistungs-Manager.
Sie führen leidenschaftlich gern (80,4%) und sind sehr leistungsorientiert. 96,9% haben den Anspruch, durchgehend Spitzenleistungen zu erbringen. Das geht zu Lasten der Work-Life-Balance, nur 9,8% geben Freizeit und Privatem den Vorzug vor der Arbeit.

4. Sturmerprobte Wellenbrecher.
Die Mehrheit der untersuchten Interim Manager ist extrem belastbar - auch im Vergleich zu festangestellten Führungskräften. D.h., sie sind psychologisch sehr widerstandsfähig, robust und auch in schwerer See kaum aus der Ruhe zu bringen.

5. Hohe Anerkennung unter Mitarbeitern.
Am Projektende haben 88,9% aller Interim Manager die Anerkennung und das Vertrauen der Mitarbeiter für sich gewonnen. Dabei sind sie sehr schnell im On-Boarding: 54,4% genießen bereits nach vier Wochen das Mitarbeiter-Vertrauen, 84,7% benötigen zwei Monate.

6. Fachlich und persönlich begeisternd.
Interim Manager punkten bei Mitarbeitern fachlich durch ihre Kompetenz, Erfahrung und bisherigen Erfolge (96,4%) sowie persönlich durch ihre Vorbildrolle, Optimismus und Stabilität (85,9%). Dadurch können sie Widerstände positiv entkräften und Veränderungen zum Erfolg führen.”

(Holste, E. & Felfe, J. (2017): Interim Leadership Personalities, Helmut-Schmidt-Universität, pdf-Ausgabe S. 3)

Weiterführende Links:

  • Zur Studie auf der Seite der AIMP
  • Vorgängerstudie auf der Seite der AIMP: Interim Leadership Success
  • Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de

    Meilenstein in Sachen Scheinselbständigkeit: Urteil des Bundessozialgerichts berücksichtigt das Honorar des Selbständigen

    2. Mai 2017

    Das Bundessozialgericht wertete in einem Urteil vom 31. März 2017 die Höhe des Honorars in Relation zum Verdienst von vergleichbaren Angestellten als Indiz für eine Selbständigkeit. Und es kann davon ausgegangen werden, dass dieses Kriterium auch zukünftig zusätzlich zu den bereits bekannten Kriterien wie freie Arbeitsplatzwahl, Dauer der Beschäftigung bei einem Auftraggeber, Dienstverträge etc. berücksichtigt werden soll.

    In dem vorliegenden Fall stellte das Bundessozialgericht bei einem selbständigen Heilpädagogen fest, dass das Honorar des Selbständigen über dem Verdienst eines vergleichbaren sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmers lag und die Eigenversorgung zulässt. Da auch andere Kriterien für eine Selbständigkeit sprachen, wurde die Klage der Deutschen Rentenversicherung auf Scheinselbständigkeit in der Revision abgewiesen.

    Mein persönlicher Kommentar

    Ich freue mich sehr über dieses Urteil, da damit ein wichtiges Kriterium eingeschlossen wird, das vor allem uns Interim Manager mehr Rechtssicherheit in der Diskussion um die Scheinselbständigkeit gibt.

    Gleichzeitig wird mit dem Urteil auch ein klares Statement gegen die Beschäftigung von Freiberuflern unter dem normalen Gehaltsniveau abgegeben und auch das ist erfreulich, denn eine unfaire Entlohnung schadet der sozialen Marktwirtschaft.

    Interim Manager und andere freiberufliche Kollegen bieten der Wirtschaft ein hohes Maß an Flexibilität. Dadurch können nicht nur kurzfristig fehlende Kapazitäten gedeckt werden. Auch das Know-how und die Erfahrung eines erfolgreichen Freiberuflers aufgrund der Vielzahl seiner Projekte bringen zusätzlichen Nutzen für das Unternehmen.

    Somit trägt das Urteil des Bundessozialgerichts dazu bei, eine wichtige Säule der Wirtschaftskraft zu stärken, nämlich die der freiberuflichen Mitarbeiter.

    Weiterführende Links

  • Artikel des VGSD - Verband der Gründer und Selbständigen in Deutschland
  • Bundessozialgericht - Pressmitteilung
  • Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce und Digitalisierung
    (www.ecommerce-management.de)

    Schwarze Schafe bleiben draußen - virtuelles Hausrecht

    13. Juli 2016

    Schwarze Schafe bleiben draußenNicht jeder Online-Kunde bereitet Freude. Wer kennt sie nicht die Nörgler, die jeder Bestellung eine Reklamatione folgen lassen. Oder die Kunden, die eine Kleid ein- bis zweimal tragen und dann als “nicht gefallen” zurückschicken. Nicht selten können solche Waren nicht mehr oder nur preisreduziert verkauft werden. In der Kleiderbranche gibt es Retourenquoten von bis zu 50 Prozent! Hier entstehen Verluste, die in hart umkämpften Märkten einen Online-Händler in Bedrängnis bringen können.

    Aber wie sieht es mit den Hausrecht aus? Dürfen Online-Händler Kunden abweisen?

    Das virtuelle Hausrecht gilt nicht für alle

    Ein Forenbetreiber darf zum Beispiel dann einem Nutzer die Teilnahme am Forum verwähren, wenn sich die Hardware in seinem Eigentum befindet.

    Doch bei einem Online-Händler entschied das gleiche Gericht, dass ein Kunde nicht ausgeschlossen werden durfte. Begründet wurde dies insbesondere damit, dass der Kunde keine Beiträge auf die Website stellt, für die der Betreiber haften muss.

    Das wurde am 13.1.2015 (Aktenzeichen 2 O 8/15) vom Landesgericht Ulm entschieden.

    Fazit der Juristen zum Ausschluss von Kunden

    Wenn man im Web nach juristischen Einschätzungen hierzu sucht, wird darauf hingewiesen, dass man die Möglichkeit hat den Kaufvertrag nicht zu erfüllen. Voraussetzung ist, dass sich der Online-Händler über seine AGBs dieses Recht einräumt.

    Gibt es noch andere Möglichkeiten?

    Mit Hilfe der Kategorisierung von Kunden in verschiedene Kundenklassen, kann ein Online-Händler unterschiedliche Services anbieten. Kunden, die ihre Rechnungen bezahlen und die Ware in ordentlichen Zustand zurückschicken, könnten zum Beispiel portofreien Versand angeboten oder die Möglichkeit des Kaufs auf Rechnung eingeräumt bekommen. Man kann diesen Kunden auch neue Ware mit einer Vorlaufzeit zuerst anbieten. Damit werden schwarze Schafe nicht ausgeschlossen, aber man kann gute Kunden an sich binden und Anreize schaffen, sich gut zu benehmen. Diese Services können einem bestimmtem Nutzerkonto zugewiesen werden, über das die Bestellungen eingehen. Die Ausgestaltung und Kommunikation dieser Extra-Leistungen sowie die Verankerung in den AGBs sollten auf jeden Fall mit Juristen abgestimmt werden.

    Bettina Vier
    www.ecommerce-management.de

    25 Jahre Webseiten

    16. November 2015

    Wie ich eben auf Internet World lesen konnte, wurde am 13.11.1990 die erste Website mit Links online geschaltet. Hier kann man sehen wie sie damals ausgesehen hat: info.cern.ch.

    Die Erfinder des World Wide Webs waren Tim Berners-Lee und der Informatiker Robert Cailliau. “Berners-Lee entwickelte dabei die Hypertext Markup Language (HTML) und das HTTP-Protokoll. Zudem programmierte er den ersten Webbrowser und richtete auf einem NeXTcube-Rechner auch den ersten Webserver der Welt ein.” (Internet World - Artikel “Webseite feiert 25. Geburtstag” )

    Aus meiner Sicht: Das erfolgreichste Start-up unserer Zeit.

    “Die Gretchenfrage: Lohnt sich eCommerce überhaupt?”

    21. September 2015

    Marktstände für Ihren Verkauf

    Dieser Frage ist Prof. Gerrit Heinemann, Trade & Retail, Hochschule Niederrhein, in einem Beitrag auf der Website des Deutschen Arbeitgeber Verbandes nachgegangen.

    Entsprechend vorliegenden Prognosen ist in den nächsten 10 Jahren mit einer Verdopplung der Umsätze im E-Commerce zu rechnen. Trotzdem hält sich die Aussage “ecommerce lohnt sich nicht” in der deutschen Wirtschaft. Nach Auskunft des Autors sind 70 Prozent aller Anbieter in Deutschland immer noch nicht online vertreten!

    Prof. Heinemann stellt dem drei Fragen gegenüber und gibt die Antworten:

    “Was ist die Alternative?”

    Die Umsätze in den klassischen Kanälen stagnieren nahezu in allen Branchen. Durch die Digitalisierung entstehen neue Wege den Kunden schneller zu erreichen und in die vom Kunden gewünschte Interaktion zu treten. Hier gewinnen pure Online Player immer mehr Marktanteile und entwickeln sich zu Marktführern (z.B. Amazon im Büchermarkt, booking.com in der Touristikbranche “Reisen”). Andere sind auf den Sprung dorthin.
    Dabei spielt die Mobile Präsenz eine wichtige Rolle. Wer hier nicht mitspielt riskiert nach Ansicht von Prof. Heinemann Umsatzverluste bis hin zur Existenzgefährdung.

    “Wer oder was treibt die Digitalisierung?”

    Nach Ansicht von Prof. Heinemann wird dies durch den Kunden selbst getrieben. 70 Prozent aller Erwachsenen über 14 Jahren würden gemäß einer eigenen Studie bereits das mobile Internet nutzen. Ein Drittel der Umsätze von Online-Händler werden über mobile Endgeräte gemacht. Auch die User-Journey, die einen Entscheidungsfindungsweg von Mobile über Internet bis hin zum stationären Handel durchläuft, spielt eine wichtige Rolle im Kaufverhalten der Kunden und wird unterschätzt.

    “Lohnt sich E-Commerce wirklich?”

    Der E-Commerce darf nicht nur am Umsatz der verkauften Waren gemessen werden. Durch die Digitalisierung gewinnt das Unternehmen Wichtige Daten über seine Kunden und die genutzten Verkaufskanäle. Dadurch wird Marketing mess- und planbar. Differenzierbare Wettbewerbsvorteile können aufgebaut und Mehrwerte für den Kunden geschaffen werden.

    Die Herausforderung des E-Commerce

    Prof. Heimann verheimlicht aber auch nicht die Schattenseiten: Vor allem Händler mit austauschbaren Sortimenten oder “fehlender Kanalexzellenz” werden es in den nächsten Jahren schwer haben. Generell ist mit einer Konsolidierungsphase zu rechnen in der weniger effiziente Online-Händler hart auf die Probe gestellt werden. Das erfordert aber auch moderne Systeme und neue Maßstäbe an Einkauf und Logistik. Das erfordert Investitionen und eine Strategie, die eine Mischung aus In- und Outsourcing beinhaltet um rentabel arbeiten zu können.

    Hier können Sie zum Beitrag auf der Homepage des Deutschen Arbeitgeberverbandes wechseln:
    Die Gretchenfrage: Lohnt sich E-Commerce überhaupt?

    Bettina Vier
    www.ecommerce-management.de

    Liste mit Studien rund um den e(m)Commerce

    15. September 2015

    marktforschungJede Studie ist natürlich mit Vorsicht zu genießen, da oftmals nur wenig Informationen zum Erhebungsumfeld veröffentlicht werden und damit die Erhebungbasis nicht klar ist. Auch lassen sich nach meiner Meinung Ergebnisse in den USA nicht zwingender Maßen als Vorboten für Deutschland interpretieren. Wir Deutschen sind vorsichtiger mit neuen Technologien als die Amerikaner und die engere Besiedlungsdichte bei uns lässt eine bessere regionale Versorgung der Bevölkerung mit Gütern zu. Trotzdem können Zahlen durchaus Trends andeuten, die weiter zu beobachten sind. Wenn sich das Ergebnis zudem in verschiedenen Studien festigt, ist es nach meiner Einschätzung solide und sollte in der eigenen E-Commerce-Strategie berücksichtigt werden.

    Diese Liste wird sukzessive erweitert. Wer gute Studien kennt, kann diese gerne als Kommentar ergänzen.

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    Jährlich

    ard-zdf-onlinestudie

    “Die Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland sowie der Umgang der Nutzer mit den Angeboten bilden seit 1997 die zentralen Fragestellungen der ARD/ZDF-Onlinestudien.”

    Quelle: ard-zdf-onlinestudie.de
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    Jährlich

    D21-Digital-Index

    Die Studie wird jährlich durchgeführt und ersetzt seit 2013 den (N)Onliner-Atlas. Ziel der Studie ist es, den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung festzustellen. Dabei werden nicht nur die technische Ausstattung und Nutzung der privaten Haushalte untersucht sondern auch die Digitalkompetenz der Deutschen.
    Herausgegeben wird die Studie von der Initiative 21, ein gemeinnütziges Netzwerk für die digitale Gesellschaft, mit Mitgliedern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

    Quelle: initiatived21.de
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    9. Oktober 2015

    Amazon ist wichtige Anlaufstelle bei Produktsuche

    Der amerikanische Anbieter für Suchmaschinenmarketing BloomReach hat bei einer Umfrage unter 2.000 US-Bürgern festgestellt, dass 44 % der Nutzer ihre Produktsuche bei Amazon starten. Damit macht Amazon Google heftig Konkurrenz. Und es zeigt, wie wichtig es ist, Amazon in der eigenen Vertriebsstrategie zu berücksichtigen.

    Quelle: Blogbeitrag von BloomReach
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    8. September 2015

    Mobile Commerce: Zahlen und Fakten

    “Laut intelliAd-Zahlen waren Smartphones nur für 9 % der Käufe verantwortlich – bei 21% Trafficanteil ein mageres Ergebnis. Oft wird der Kauf mit dem Smartphone also nur vorbereitet, aber nicht abgeschlossen. Der Grund hierfür dürfte oft in der Beschränkung durch die kleinen Bildschirme liegen: Nach wie vor ist das Kauferlebnis per mobiler Geräte meist deutlich schlechter, als per PC oder Tablet.”

    Quelle: shopanbieter.de
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    07. September 2015

    E-Mails sind nicht tot zu kriegen

    Adobe-Studie in den USA: “Die E-Mail ist und bleibt einer der relevantesten Kommunikationskanäle – auch wenn immer wieder behauptet wird, dass die E-Mail ausstirbt. Laut einer aktuellen Adobe Studie ist allerdings jeder Zweite davon überzeugt, dass die eigene E-Mail-Nutzung in den kommenden zwei Jahren weiter zunehmen wird.”

    Quelle: Onlinehändler
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    April 2015

    Universal Search Studie

    “Diese Searchmetrics-Studie untersucht die Entwicklung der fünf wichtigsten Universal Search-Integrationen für die deutschen Google-Suchergebnisse im Jahresverlauf 2014 von Januar bis Dezember – Videos, Shopping, News, Maps und Bilder.” Searchmetrics ist ein Anbieter für Suchmaschinenmarketing.

    Quelle: Searchmetrics
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    28. Oktober 2013

    Zukunft und Potenzial von standortbezogenen Diensten für den stationären Handel

    “Das eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein führte zusammen mit KaufDa eine bundesweit repräsentative Untersuchung zum Thema: Zukunft und Potenzialen von standortbezogenen Diensten für den stationären Handel durch. Insgesamt wurden 3.017 Personen ab 14 Jahren befragt. Ziel der Studie war es, die Hypothese „Mobiles Internet fördert die Wiederbelebung des stationären Handels” zu prüfen.”

    Quelle: Hochschule Niederrhein - eWeb Research Center

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    Juli 2010

    Studie zur Usability von Multi-Touch Screens

    Die Studie ist zwar schon sechs Jahre alt, aber trotzdem hoch interessant. Sie zeigt, wie sich die Touch-Gewohnheiten verschiedener Nationen unterscheiden bzw. nicht unterscheiden. Bevor Sie eine Überarbeitung Ihrer App oder Ihrer mobilen Website in Angriff nehmen, sollten Sie auf jeden Fall ein Blick in diese Studie werfen:
    Weltweit berührt - Studie zur Untersuchung kultureller Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der gestenbasierten Bedienung von Multitouch-Oberflächen. Autoren und Herausgeber: Sylvia Le Hong, Jakob Biesterfeldt, User Interface Design GmbH

    Bettina Vier, Interim Managerin für E-Commerce und Digitalisierung
    www.ecommerce-management.de

    Widerrufsrecht: Unfreie Retoure muss angenommen werden

    15. September 2015

    Rechtsfragen Wenn ein Kunde die Ware ohne Frankierung zurückschickt, muss sie trotzdem vom Händler angenommen werden. Hinweise in der Widerrufsbelehrung, dass unfreie Retouren nicht angenommen werden, sind rechtlich ungültig und ein entsprechendes Handeln wettbewerbswidrig.

    Die Kosten der Retoure können aber von dem Kunden eingefordert oder mit einem Guthaben verrechnet werden, wenn in der Widerrufsbelehrung eine Regelung der Kosten getroffen wurde.

    Der Autor weist zu recht darauf hin, dass ein Verstoß über Testkäufe sehr leicht festzustellen ist und dann abgemahnt wird.

    Bei “LOGISTIK Watch.blog” vom Händlerbund können Sie mehr hierüber lesen:
    Themenreihe Retouren-Management: Müssen unfreie Rücksendungen angenommen werden?

    Bettina Vier
    eCommerce Management
    www.ecommerce-management.de

    Auch Anbieter auf Marktplätzen wie Amazon müssen der Informationspflicht nachkommen

    8. Juli 2015

    Auch wenn der Marktplatz keine ausreichende technische Voraussetzung geschaffen hat der Informationspflicht nach dem Fernabsatzgesetz nachzukommen, ist der Anbieter dafür verantwortlich entsprechende Möglichkeiten beim Marktplatzanbieter einzufordern. Zu diesem Schluss kam das Landgericht Hamburg bereits vor vier Jahren in einer Entscheidung vom 24.11.2011 (Az.: 327 O 196/11). Auch das Bundesgericht hatte vorher schon vergleichbare Urteile gefällt. Die technischen Möglichkeiten auf den Marktpläzen sind aber weiterhin mangelhaft.

    Somit müssen Anbieter auf Marktplätzen auch im Sinne der Wettbewerbsgleichstellung z.B. AGB und Kundeninformationen, Widerrufsbelehrung und Muster-Widerrufsformular, Zahlungs- und Versandbedingungen direkt einsehbar hinterlegen.

    Das Hamburger Urteil bezieht sich konkret auf die Handelsplattform Amazon, aber es ist als Beispielfall für vergleichbare Online-Marktplätze zu sehen.

    Hier können sie den vollständigen Artikel von Onlinehändler-news.de lesen:
    Probleme bei Amazon: Unzureichende Erfüllung der vorvertraglichen Informationspflichten

    Autor: Bettina Vier
    Zu meiner Website: www.ecommerce-management.de

    Erst die Vision - dann die Innovation

    8. Juni 2015

    Visionen erwachen wie ein SonnenaufgangHaben Sie eine Vision? Ich meine damit einen Traum, bei dem Sie unwillkürlich lächeln und Sie sich darüber freuen, wie schön es wäre, wenn dieser Traum wahr werden würde?

    Steve Job war ein unerschöpflicher Visionär, wie viele andere vor ihm und auch nach ihm. Erfolgreich werden aber nur die, die mit ihren Visionen nur wenige Jahre der Allgemeinheit vorauseilen und erkennen, was die Menschheit morgen braucht. Oder hatten Sie vor zehn Jahren gewusst, dass Sie ein Smartphone oder ein Tablet brauchen?

    Den zeitgenössischen Visionären wie Ray Tomlinson, Steve Jobs, Bill Gates, Jack Dorsey und Mark Zuckerberg verdanke ich die technischen Grundlagen auf denen ich heute als E-Commerce-Managerin mein Geld verdienen kann. Der tragischste Visionär ist für mich Leonardo da Vinci. Seine Erfindungen fanden keine Investoren und wurden erst 400 Jahre später neu erfunden.

    Doch es müssen nicht immer große Erfindungen sein, die die Gesellschaft verändern. So können auch ungewohnte Services in der eigenen Branche die Kunden für sich gewinnen und die Wettbewerber aufhorchen lassen. Dabei müssen noch nicht einmal neue Technologien erfunden werden, oft sind die aktuellen Möglichkeiten noch gar nicht ausgeschöpft.

    Meistens fehlen nach meiner Erfahrung Visionen. Ja, gut, man möchte einen neuen Online-Shop. Der alte ist in die Jahre gekommen und sieht altbacken aus. Aber ist das eine Vision? Bei mir zaubert das noch kein verträumtes Lächeln auf die Lippen.

    Dann müssen wir mal die Nutzer fragen? Hand aufs Herz: Haben Sie bei solchen Umfragen schon jemals eine wirklich neue Idee erfahren? In der Regel erhält man gut gemeinte Hinweise wie “Macht es doch wie Amazon oder Google”. Hier sollte man sich eher über den betriebswirtschafltichen Nutzen solcher Umfragen Gedanken machen.

    Außerdem muss die Vision aus dem Inneren kommen. Ich habe schon einige Strategiekonzepte von Agenturen gesehen - die durchaus gut waren - die aber nicht im Unternehmen gelebt wurden. Sie wurden wie eine Stafette vor sich hergetragen, aber niemand trug sie im Herzen. Es ist nur eine Frage der Zeit bis sie wieder in der Schublade verschwinden.

    Visionen sind Herzensangelegenheiten

    Visionen sind an Personen geknüpft, die an dem Traum glauben und die von innen her strahlen. Und das ist das, was ein Gates, Musk oder Jobs ausmacht: Sie begeistern Menschen von ihrer Idee, weil sie selbst davon begeistert sind.

    Visionen sind Emotionen! Und sie brauchen Menschen, die den Mut haben dieser Vision nachzugehen, denn nicht jeder Schritt ist von Erfolg gekrönt. Manchmal sind auch Umwege erforderlich um der Vision näher zu kommen. Für mich ist Apple hierfür ein schönes Beispiel: Nachdem man Jobs bei Apple gekündigt hatte, ging es mit Apple abwärts. Jobs selbst erklärt dies in seiner Biografie (Walter Isaacson, Steve Jobs, die Autorisierte Biografie des Apple-Gründes, 2011) damit, dass sich Apple nur noch auf Zahlen beschränkt hatte. Umsätze und Margen standen im absoluten Vordergrund. Als Jobs wieder zu Apples zurückkahm, hat er zwischenzeitlich in der Filmbranche nicht nur wertvolle zusätzliche Erfahrungen gesammelt, sondern er brachte auch die Visionen wieder zurück. Sein Ziel war es hervorragende Produkte auf den Markt zu bringen - der Umsatz stellte sich dann von alleine ein. Und noch eins: Jobs hielt nicht viel von Marktforschungen. Sie zeigen immer nur das, was schon da ist.

    Auch ich habe es schon oft erlebt, dass man sich sehr lange mit Diskussionen aufhielt, die sich um das “Ist” der anderen drehten aber die eigenen Potenziale vollkommen außen vor ließen. Etwas zu wagen, was andere noch nicht gemacht haben, bedeutet im ersten Schritt den Mut zu haben, darüber auch zu sprechen.

    Autor: Bettina Vier
    Zu meiner Website: www.ecommerce-management.de

    Weitere Links im Web zu diesem Thema:

    Elon Musk, Ein Leben unter Strom, WirtschaftsWoche online: http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/elon-musk-ein-leben-unter-strom/11802724.html

    Sorge um Standort Deutschland: Viele Mittelständler über 60 scheuen Innovationen, Spiegel online: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kfw-alterung-im-mittelstand-bremst-investitionen-a-1025146.html

    Was Nutzer nicht mögen. Gescheiterte Innovationen. Sueddeutsche.de: http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/kfw-alterung-im-mittelstand-bremst-investitionen-a-1025146.html

    Hierauf kommt es bei Online-Werbetexte an

    4. Januar 2015

    Texten - Das richtige Wort zur richtigen Zeit

    Das richtige Wort zur richtigen Zeit

    Wir sind umgeben von Sprichwörtern und Zitaten, die daran erinnern, worauf es in der Kommunikation ankommt. Das richtige Wort zur richtigen Zeit ist nur eins davon. Es erinnert daran, sich nicht nur von den eigenen Gefühlen leiten zu lassen sondern sich auf den Gesprächspartner einzustellen. Wenn jemand den richtigen Ton findet dann ist damit nicht nur die Stimmlage gemeint. Auch jedes unausgesprochene Wort hat einen „Ton“, denn es löst Reaktionen und Gefühle in uns aus, wenn wir es lesen. Und wenn jemand Reden ist Silber, Schweigen ist Gold zitiert, dann könnte er mahnen, dass man doch lieber die Klappe hält, bevor ein falsches Wort über die Lippen kommt. Oder er weist darauf hin, dass das Gespräch langweilig ist und wenn man nichts zu sagen hat, sollte man es auch lassen.

    Und genau diese Regeln (und viele mehr) gelten auch für Online-Werbetexte. Sehr stark von Googles Suchalgorithmen geprägt, wird allzu oft die eigentliche Aufgabe von Werbetexten vergessen. Grund: Die Textlänge ist wichtig für die Auffindbarkeit in Suchmaschinen als auch die Wiederholung von Keywords. Aber darunter leidet die Qualität. Während die Masse an Texten es vielleicht schafft, einen Interessenten auf die Website zu locken, können viele Texte aufgrund ihrer schlechten Qualität den Interessenten nicht halten. Schlimmer noch: Sie hinterlassen ein nachhaltiges Desinteresse beim potenziellen Kunden.

    Wer aber den Interessenten begeistern und von seinem Produkt oder seiner Dienstleistung überzeugen will, muss auch auf die Textqualität achten. Stellen Sie sich vor, Sie treffen Ihren Interessenten und nehmen das Gespräch auf, nachdem er Ihnen mitgeteilt hat was er sucht. Was antworten Sie ihm, damit Sie sein Interesse an Ihrem Produkt stärken? Nichts anderes muss auch Ihr Online-Werbetext erfüllen.

    Bedenken Sie, dass die Online-Kunden ungeduldig sind. Wenn sie nicht sofort erkennen, dass das Produkt das richtige sein könnte, fangen sie an, auf anderen Webseiten zu suchen. „Kommen Sie daher auf den Punkt“ und präsentieren Sie ihr Produkt mit all seinen Vorteilen. Lassen Sie beim Kunden ein Bild im Kopf entstehen, das ihn zusammen mit Ihrem Produkt zeigt. Bleiben Sie bei der Wahrheit und erklären Sie das Produkt detailgetreu. Ihr beschreibender Text muss es ermöglichen, dass der Kunde das Produkt ohne Fotovorlage exakt malen kann! Gehen Sie dabei schrittweise vor.

    Geben Sie durch die Struktur Ihrer Seite dem Kunden die Möglichkeit, wichtige Informationen wie Verfügbarkeit, Preis, Größe und Farbe sofort zu erkennen. Geben Sie ihm dann die Möglichkeit tiefer in die Beschreibung einzusteigen.

    Wählen Sie einfache und verständliche Worte und Sätze. Wenn der Webbesucher Ihren Text liest, wertet er erst die Wörter und dann die Sätze aus. Erst danach bringt er das, was er verstanden hat, mit seinem vorhandenen Wissen zusammen. Je mehr Zeit der Leser hierfür aufbringen muss, ums so größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er abbricht. Denken Sie an Euriphides: Die Sprache der Wahrheit ist einfach.

    Berücksichtigen Sie auf jeden Fall den Bildungsgrad und das Umfeld ihrer Zielgruppe. Anglizismen sind nicht jedem geläufig und Trend-Wörter werden häufig nur von der Jugend verstanden. Diese Worte sollten nur eingesetzt werden, wenn Sie sich sicher sind, dass die Zielgruppe sie beherrscht. Andernfalls sollten Sie sie spärlich verwenden und so, dass es dem Leser möglich ist, sie auch ohne Vorkenntnisse zu verstehen. Fachbegriffe dagegen sind ein Muss, wenn sich Ihr Angebot an Fachleute richtet. Sie zeigen Ihre Kompetenz.

    Zu dem Bild, das im Kopf Ihres Kunden entsteht, gehören Emotionen. Auch diese lassen sich – wie einige erfolgreiche Romane beweisen – durch das geschriebene Wort auslösen. Wählen Sie Adjektive und Verben anstelle von Substantiven. Sie ermöglichen nicht nur eine kurze prägnante Beschreibung, sondern lösen auch viel stärkerer Gefühle aus. So ist ein dunkelroter, samtweicher Stoff für den Kunden viel leichter nachzuempfinden als ein „Stoff wie Samt in Dunkelrot“. Ein Produkt, das man nicht nur vor sich sieht sondern auch fühlt löst ein stärkeres Verlangen aus. Aber auch hier gilt: Bleiben Sie bei der Wahrheit. Versprechen Sie bei einem Motorrad keinen „tief brummenden Sound, der im Bauch vibriert“ wenn der Motor in Wahrheit nur summt und lediglich die Finger kribbeln lässt.

    Bei allem effizienten Umgang mit Worten im Online-Marketing fragen Sie sich wahrscheinlich jetzt, wie Sie mit kurzen werblichen Texten die Suchmaschine Google beeinflussen können?

    Dieser scheinbare Widerspruch ist keiner. Denn Google registriert sehr wohl, ob ein Text auf das Interesse eines Lesers stößt oder nicht. So ist die Verweildauer oder der Klick auf eine Unterseite durchaus messbar und wird von der Suchmaschine als Indiz für steigendes Interesse gewertet. Zudem können Sie mit etwas Vorbereitung Ihren Werbetext präparieren. Nutzen Sie die Analysetools von Google als auch Ihr eigenes Webtracking, um herauszufinden, welche Wörter und Phrasen Ihre Kunden nutzen. Schreiben Sie diese in eine Liste und prüfen Sie, welche davon sich in einem Werbetext, in Bildbeschriftungen, in Links etc. verwenden lassen. Aber übertreiben Sie es nicht: Ausdrücke die zu häufig verwendet werden, fallen nicht nur dem Leser auf. Auch Google wertet solche Seiten als „unnatürlich“ ab.

    Und spätestens jetzt wird eins klar: Das Texten von Werbetexten ist nicht nur in der Offline Welt aufwendig. Auch in der Online-Werbung spielt der Text eine wichtige Rolle. Da hilft es auch nicht, hochprofessionelle Bilder ins Netz zustellen. Wenn die Qualität des Bildes nicht mit der Qualität des Textes harmoniert, spürt das der Leser und er wertet innerlich die Seite ab. Und so möchte ich mit einem letzten Zitat von Horaz schließen: Überlege oft, was du jemandem sagst und wem du es sagst.

    Autor: Bettina Vier
    Zu meiner Website: www.ecommerce-management.de